bodyART® - Die Geschichte eines ungewöhnlichen Trainingsprogramms

 

erzählt von Robert Steinbacher, mit dessen Ideen alles begann.

Um erklären zu können, was bodyART® ist, muss ich erzählen wie es entstanden ist und sich entwickelt hat. 1993 arbeitete ich mit behinderten Kindern im HPZ (Heilpädagogisches Zentrum) nahe Salzburg. Die Hauptaufgabe war die Bewegungspädagogik und die Förderung der Motorik des menschlichen Körpers. Ich arbeitete als Therapeut und Pfleger, obwohl mein Herz damals schon dem Tanz gehörte. Aber aus Kinderliebe hatte ich beschlossen, meine Lehrjahre mit behinderten Kindern zu verbringen. Gleichzeitig hatte ich meine Engagements als Tänzer und begann meine Laufbahn als Presenter.

 

 

Der Drang nach Bewegung und die Freiheit sie auszuleben.

Mit dieser Erkenntnis hatte ich meine Berufung gefunden: Den Menschen zu helfen, ihre Sehnsucht zu leben. Ich habe viele Bewegungen, Übungen und Therapieansätze aus der Behindertentherapie und -motorik akribisch gesammelt, verändert, weiter entwickelt und für gesunde Menschen modifiziert. Eine Therapieform hat mich dabei besonders geprägt: DO IN. Der fernöstliche Ansatz

von Physiotherapie und eine Art Pädagogik, in welcher der Mensch als Einheit zwischen Muskelketten/Organen einerseits und geistig-seelischem Ansatz andererseits behandelt wird. Als ich letztendlich all die Übungen mit „gesunden“ Menschen ins Training integriert hatte, war dies wie eine Explosion. Der Teilnehmerzuwachs war schnell so groß, dass wir bald keinen mehr aufnehmen konnten. Eines spürten alle Teilnehmer sofort: die Übungen sind streng, aber sie verändern mich. Der Trainierende fühlt, dass diese Übungen ihm viel abverlangen:

  • Verantwortung für den eigenen Körper
  • Konsequenz in der Durchführung und 
  • Konzentration auf die Körpermitte

Anfangs setzte ich noch viele Hilfsmittel ein, wie Steps, Bodybars, Tubes, Heavy Hands, bis ich immer mehr auf das Elementare von bodyART® gekommen bin. Der Mensch braucht für sich und sein Bewusstsein nichts außer sich selbst… Viele Menschen finden sich selbst im äußeren Ansatz leichter; sie brauchen Impulse durch Musik, Geschrei, Wiederholungszahl, Choreographie und Gruppenmotivation. Das ist wichtig, und als Tänzer würde ich das niemals ablehnen. Gerade beim Langhanteltraining oder Step braucht man die Geräte, da aber liegt der Trainingsansatz in Muskeltraining oder in der Choreographie. Wenn es aber um Bewusstsein geht und funktionelle Weiterentwicklung, dann muss der Mensch wieder lernen, seine Verantwortung für seinen eigenen Körper zu übernehmen, sich eigenständig zu erkennen und sich zu führen oder zu verbessern (das gilt nicht nur für das Training sondern für das gesamte Dasein). Ich begann alle Hilfsmittel wegzulassen und die Übungen mehr und mehr in den eigenen Körper durch Balance und eigenen Körperwiderstand zu integrieren. Ich habe diese Übungen (das ist kein Witz) an meiner Oma ausprobiert. Wenn meine Oma es kann, dann können es auch andere Omas und Opas und Erwachsene und Jugendliche und Kinder.

Noch etwas war dominanter im bodyART® Training als alle Übungen in sich: Die Atmung. Mit dieser Form körperlich-geistigen Trainings war bodyART® geboren. 1994 begann ich die ersten Kurse zu unterrichten und gründete eine Schule in München. Anfangs wurde ich von meinen Kollegen ausgelacht, als ich auf Conventions versuchte, dem allgemeinen Choreographie-Trend bodyART® entgegenzusetzen. In Lausanne bin ich sogar mal von einer Convention geflogen, mit der Begründung, dass seien nicht die „do's and don’ts“ im Fitness. Aber ich bin dabei geblieben, denn ich hatte eines immer in mir: wenn diese Übungen so vielen Kindern, Behinderten und gesunden Menschen helfen, werden sie sich irgendwann auch im Fitness durchsetzen. Die meisten Teilnehmer in meinen Ausbildungen waren Rückentrainer, Physiotherapeuten, Gymnastiklehrer und nur wenige Aerobic-Trainer. Mein Feedback für die Ausbildungen war Johanna Fellner. Mit ihr bin ich aufgewachsen, sie hatte die Entwicklung aller Übungen miterlebt und mein Programm als Erste unterrichtet. Johanna ist ebenfalls Pädagogin, und so konnten wir gemeinsam die Qualität der Lehrgänge und Stunden schnell verbessern. bodyART® konnte noch mehr und professioneller wachsen. 1998 zog ich in die Schweiz und hatte ein Engagement als Tänzer und Trainer. Dort suchte ich mir so schnell wie möglich eine aus Mitgliedern zusammengestellte Testgruppe. Eine der Teilnehmerinnen im Kurs war eine ganz besondere Person: Alexa Le.

Alexa Le ist gelernte Shiatsu Praktikerin und Bodyworkerin und eine begnadete Ausbilderin im Bereich Körperarbeit und Esalen-Massage. Sie leitet weltweit Kurse über Esalen-Massage, Körperarbeit im körperlichen und energetischen Bereich. Dies war ein Glück für bodyART®. Zusammen haben wir das gesamte Programm neu definiert. Energetik, tiefere Atmung und das Wissen über fernöstliche Philosophie haben das bodyART® Konzept erweitert. bodyART® hat sich das erste Mal neu transformiert. Wir haben jede Übung anatomisch und energetisch strukturiert und studiert. Wie sie unterrichtet werden muss, damit jeder Mensch sie durchführen kann.

Das ist das Einzigartige an bodyART®. Jede Übung kann energetisch, anatomisch, muskulär, organisch und physiologisch belegt werden.

Wir haben in der Folge erarbeitet, wie Übende in jeder Übung korrigiert werden müssen und wie man sie taktil führt und begleitet. Durch die jahrelange Erfahrung von Alexa im Shiatsu war das Ergebnis phänomenal und von einer Qualität, die ich als überaus große Bereicherung für bodyART® empfinde. Ich habe Alexa mein Konzept anvertraut, und wir haben 1998 die bodyARTschool gegründet, die mit  eingetragener Marke hunderte von Trainern ausgebildet hat. Anfangs waren wir – Alexa, Johanna und ich – drei Ausbilder. Das Team ist jedoch schnell gewachsen. So wie ein Baum nur durch seine Wurzeln wächst, so soll auch die bodyART® School wachsen: langsam und mit Qualität. Wir hatten uns alle zu internationalen Yogalehrern ausbilden lassen, um auch den Zeitgeist zu erfassen und uns qualitativ zu erweitern. Denn im Yoga liegt ein Ursprung des bodyART®. Der religiöse Ansatz soll jedoch ganz bewusst im Yoga bleiben, denn Yoga ist etwas, das man leben sollte und kein Training, sondern eine Jahrtausende alte Philosophie. Wir haben allerdings begnadete Yogalehrer zu bodyART-Lehrern ausgebildet, um mit ihnen und mit bodyART® noch tiefer zu wachsen und das Programm noch freier werden zu lassen. Auch unsere Qi movements kommen von Tai Chi- und Qi Gong-Lehrern, die außerdem Shiatsu Lehrer sind. So kann die Qualität von bodyART® immer an der Wurzel gefasst werden und niemals interpretiert werden. Ein Prinzip von bodyART® ist es, niemals zu urteilen zwischen guten und schlechten Bewegungen, denn was für den einen gut ist, kann für den anderen ungeeignet sein. bodyART® bedeutet, die Freiheit für jeden Teilnehmer, auf seinem persönlichen Level zu trainieren. Um unser Wachstum weiterhin zu gewährleisten, haben wir im Jahr 2005 die organisatorische Leitung der Schule in die Hände von Brigitte Saller gegeben. Das hält uns den Kopf frei, die Hunderte von bodyART® Instructoren zu betreuen und neue Visionen zu schaffen. Daran liegt uns und ganz besonders mir sehr viel. Denn bodyART® ist längst ein komplettes Bewegungsinstitut geworden.

Unser Programm umfasst neben der Grundausbildung, Lehrgänge, Reisen, Trainingscamps und Events. Auf allen Ebenen werden unsere Instruktoren stetig mit neuem Informationen versorgt und geschult.

Das bodyART® Team hat sich erweitert und alle unsere Ausbilder und Mitarbeiter der bodyARTschool haben neben dem fundierten Wissen, das sie vermitteln, eines gemeinsam: sie sind wunderbar menschlich, sie haben eine Geschichte und sie sind neben ihrer Professionalität und Erfahrung mit bodyART® gewachsen. Jeder unserer Ausbilder lebt bodyART® und lehrt bodyART® aus Überzeugung. Das macht uns letztlich aus. Ich, Robert Steinbacher, bin unheimlich stolz darauf, so viele Menschen zu bewegen, ihnen zu helfen, ihr Bewusstsein für den eigenen Körper wieder zu finden und damit eine Grundlage für Gesundheit und Wohlbefinden zu schaffen. Wir haben gemeinsam etwas sehr Wertvolles manifestiert. Am Anfang war es meine Philosophie und der Glaube an etwas ganz Großes. Dank der Unterstützung wunderbarer Menschen - wie Johanna Fellner, Alexa Le und Brigitte Saller -  konnte ich die Ideen von damals weiterentwickeln. Mit all diesen Menschen zu arbeiten, all die Ausbilder wachsen zu sehen, für mehr Bewusstsein zu sorgen, das ist Ansporn, Freude und Lohn für meinen täglichen Einsatz.

bodyART® – the positive message

Das bodyART Logo

Unser Logo wurde im Jahr 2000 entwickelt und bedeutet Ganzheit. Es spiegelt unseren Ansatz im bodyART Konzept als ein ganzheitliches Training für Körper Geist und Seele wider. Durch die Verschmelzung des westlichen Schriftzuges bodyART und dem fernöstlichen Symbol für Ganzheit/Vollständigkeit ergibt sich die Synergie zwischen westlichen und östlichen Training. Das asiatische Zeichen wurde von Bruce Yim (Grafik- und Webdesigner) entworfen und ist in Zusammenarbeit mit Fritz Bossardt (Künstler in der Schweiz) entstanden.